Rezension eines Lesers

 


Auf über 200 Taschenbuchseiten schildert der Autor eine dreiwöchige Bahnreise, die ihn auf verschlungenenen Pfaden kreuz und quer durch Deutschland führt. Seine Unrast kommt nicht von ungefähr, denn er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Getriebener: beherrscht von dem übermächtigen Gedanken, sich mit starken Frauen zu messen. Richtig gelesen: Bei Brieger ticken die erotischen Signale anders, als man es gemeinhin gewohnt ist! Wo andere Männer zuerst auf die Brüste sehen, ist es für ihn die Muskulatur der Oberarme, die einen unwiderstehlichen Schlüsselreiz ausübt, und Frauen, die Sportarten wie Rudern, Bodybuilding oder gar Judo betreiben, betrachtet er ganz unverhohlen als Göttinnen. Von ihnen im Kampf aufs Kreuz gelegt zu werden, ist der alles beherrschende Faktor seiner erotischen Phantasien. So bilden die Fixpunkte seiner Reise denn auch die Stationen, an denen er sich mit Ringerinnen trifft, die in Hotels gegen Bares mit Männern auf die Matte gehen.

Indessen ist das Schöne an diesem Buch, daß man keineswegs ein „Mixed-Wrestling“-Fan sein muß, um davon verzaubert zu werden. Schnell wird man als Leser Freundschaft mit jenem so kampflüsternen und dennoch überraschend schüchternen jungen Mann schließen, der in Hamburg den Zug besteigt, um sich auf die vielleicht abenteuerlichste Reise seines Lebens zu begeben. Überhaupt ist Briegers zweite große Leidenschaft, das Bahnfahren, nicht nur ein literarischer Vorwand für hinreißende Skizzen der Menschen seiner Umgebung, sondern steht als Metapher für eine verschlungene Reise zu sich selbst. Denn die Fahrt, die ihn über die großen Metropolen bis in die hinterste Provinz führt, ist mehr als nur eine bloße Aneinanderreihung flüchtiger sexueller Abenteuer. Sie ist eine Reise in die Vergangenheit, eine Spurensuche, die erhellt, wie es überhaupt zu seiner erotischen Vorliebe (die auf Außenstehende durchaus befremdlich wirken mag) kam.

Zugleich läßt sie den Ich-Erzähler in der Gegenwart reifen: Das „Outing“, einst unvorstellbar und noch immer schwierig, gelingt ihm zusehends besser, und er macht dabei durchaus positive Erfahrungen, die seine kühnsten Träume von spontanen Matches in Erfüllung gehen lassen. Beruflich wie privat steht er an einem Scheideweg, und so gestaltet sich die Reise als Aufbruch in eine vielversprechende Zukunft: Drei Zeitdimensionen verschmelzen auf anrührende und dennoch durchaus vergnügliche Weise zu einer Einheit.

Wer dieses Buch einmal in die Hand genommen hat, wird sich nur schwer wieder davon lösen können. Dazu trägt in erster Linie die ungezwungene, ungekünstelte Erzählweise bei, die sich mit ihrem erfrischenden Plauderton wohltuend von zahllosen Werken mit bedeutungsschwangerer Attitüde und allzu gewolltem Tiefgang abhebt. Man fühlt sich beinahe wie ein Mitreisender, bequem ins Polster zurückgelehnt, die Augen träumerisch geschlossen, dem ein sympathischer junger Mann freimütig seine Lebens- und Liebesgeschichte erzählt, während am Abteilfenster die deutschen Landschaften und ihre Bewohner mit all ihren liebenswerten und schrulligen Eigenheiten vorüberziehen. Aus meiner Sicht ist Briegers Roman stark kultverdächtig, denn er liest sich geradewegs wie das Exposé zu einem „Road- Movie“ und schreit förmlich danach, verfilmt zu werden! Obendrein besitzt er genug Witz und Charme, um auch denjenigen Leser, der normalerweise weder mit Bahnfahrten noch mit ringenden Frauen etwas anfangen kann, zu fesseln, was ganz eindeutig für Briegers erzählerische Qualitäten spricht. Eines nämlich ist gewiß: Man wird sich mit diesem Roman ganz sicher für keine Sekunde langweilen - eine Garantie, die wesentlich bekanntere Namen in der Literatur keineswegs immer einzulösen vermögen.

Als wahres Juwel offenbart sich Briegers Geschichte indessen erst in den Händen eines ergebenen Ringkampf-Fetischisten. Nur jemand, der diesem herrischen Dämon verfallen ist und den Tribut kennt, den man ihm zollen muß, wird ihre eigentliche Bedeutung ermessen können. Was mich selbst betrifft, so muß ich sagen, daß mich „Mixed“-Kämpfe normalerweise herzlich wenig interessieren, ich mich jedoch auf Schritt und Tritt in der prinzipiellen Fremdbestimmung durch den Fetisch wiedererkenne. (Mehr als einmal mußte ich deshalb beim Lesen laut herauslachen!) So fallen denn auch unter dem Strich angesichts des wirklich immensen Unterhaltungswerts selbst einige sprachliche Mängel des Romans nicht sonderlich ins Gewicht. Ich jedenfalls bin restlos begeistert, hingerissen und verzaubert - was will man für lächerliche 9.80 Euro (incl. Versand!) mehr? Kurzum: Dieses Buch ist einfach klasse!

Holger

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